Einbruch? Nein danke!

Guten Abend, gute Nacht? Mitnichten bei meiner Freundin Sylvia. Während die Familie friedlich schlief, versuchten Einbrecher ihr Glück an der Haustür. Danach war es mit der inneren Ruhe bei Sylvia vorbei, eine Einbruchsicherung wurde installiert, die gleich mehrere Freunde und Nachbarn wärmstens empfohlen hatten. Jetzt haben wir sie auch getestet, die laut Hersteller Egardia „cleverste Alarmanlage Deutschlands“.

Bestellumfang Basis

Nach dem ein und anderen „security advice“ von Sylvia inklusive Vorführung haben wir bestellt:
1 Set Alarmanlage mit Alarmzentrale, Bedienteil für den Eingang, Öffnungsmelder, 2 Bewegungsmeldern, Fernbedienung, inkl. Batterien und Warnaufklebern

(photo credit: Egardia BV)

Erweiterte Bestellung

weitere Öffnungsmelder für alle Fenster und Türen inklusive Keller
weitere Bewegungsmelder
Außensirne mit Blinklicht
pfiffige Stecker

Gesamtpreis: knapp 1.000 Euro, Tipp: achtet auf Sonderaktionen!
Pluspunkt: alles wird kabellos installiert und per Funk miteinander verbunden. Batterien sind überall enthalten und müssen vor der Montage lediglich aktiviert werden. Alle Teile können ohne Bohren angebracht werden, Befestigungsmaterial liegt bei. Wer doch zum Bohrer greift: Dübel und Schrauben erhaltet Ihr ebenfalls mit der Lieferung.

Was Ihr noch braucht: Wasserwage, Zollstock, Bleistift zum Anzeichnen. Geduld.

Hört sich übersichtlich an, der Wust an Einzelteilen, die aus den Kartons quollen, war dann doch groß. Ich hätte es gerne fotografisch dokumentiert, mein Mann war aber schneller im Auspacken als ich am Auslöser.

Montage

Das Alarmanlagen-Set ist – Geschicklichkeit vorausgesetzt – in 30 Minuten montiert, aber für eine große Wohnung oder gar ein Haus sind viele weitere Teile erforderlich und die Konfiguration im Netz und auf dem Smartphone kommt noch dazu. Kalkuliert man großzügig ein Wochenende Beschäftigung mit dem Thema, liegt man deutlich näher an der Wahrheit.

Beginnen wir mit der Platzierung der Öffnungsmelder, die kommen an alle Fenster, Terrassen-/Balkon-/Kellertüren sowie die Eingangstür. Das geht einfach, denn der zweiteilige Öffnungsmelder muss lediglich festgeklebt werden. Das größere Teil beinhaltet den Sensor, das am Tür-/Fensterrahmen befestigt wird, das kleinere Teil ist der Magnet, das auf der Tür bzw. am Fenster selbst montiert wird. Der Alarm wird ausgelöst, indem beim Öffnen einer Tür/eines Fensters der Magnetkontakt unterbricht. Dafür darauf achten, dass die Sensoren gerade (Wasserwaage!) und bündig zueinander angebracht sind. Wer hier und bei den folgenden Modulen sauber arbeitet, belohnt sich selber mit einem ansehnlichen Ergebnis. Das menschliche Auge ist unbestechlich.

Damit der Einbrecher über soviel Sicherheit informiert ist, kleben wir in dem Zuge auch gleich die Warnaufkleber auf die Fenster. Im Set sind zwar Aufkleber enthalten, wir haben uns jedoch für dezente, transparente Aufkleber entschieden – die bekommt Ihr online, im Baumarkt, Hobbymarkt…

Das Bedienteil erhält seinen Platz optimalerweise in der Nähe der Eingangstür, hierüber wird die Alarmanlage beim Verlassen des Hauses ein- und beim Betreten ausgeschaltet. Dafür richtet man einen Pincode ein, das machen wir später online im persönlichen Egardia-Bereich. Aktivieren = Pincode eingeben und auf das rote Vorhängeschloss drücken, Deaktivieren = Pincode eingeben und auf das grüne Schloss tippen. Nach der Aktivierung ertönt zeitversetzt ein Bestätigungspiepen.

Für die Deaktivierung hat man 20 Sekunden Zeit, bevor der Alarm losbricht. In der Zeit hört man kurz aufeinander folgende Warntöne – man kann es eigentlich nicht vergessen, die Anlage auszuschalten. Es sei denn, man hat Kopfhörer auf und hört laut Musik. (nicht wahr, mein Sohn?!?). Die Taste mit dem Häuschen regelt den individuell einstellbaren Teilalarm, den wir auch auf der Fernbedienung wiederfinden. Auch dieser wird im Egardia-Bereich konfiguriert.

Nun wird es tricky, die Bewegungsmelder sind an der Reihe. Überlegt Euch in Ruhe, wo die neuralgischen Punkte in der Wohnung/im Haus sind: wo kommt der Einbrecher zwangsläufig vorbei, wenn er es doch irgendwie an den Öffnungsmeldern vorbei geschafft hat (z.B. stand eine Tür sperrangelweit offen)? Die optimale Höhe zur Installation beträgt 1,90 Meter und die Liste, wo der Bewegungsmelder nicht hingehört, ist lang: Zimmerdecke, vor Möbeln und Gardinen, in direktes Sonnenlicht, in der Nähe von Wärmequellen, vor oder gegenüber von Fenstern.

Und dann sind da noch die Haustiere. Der Bewegungsmelder nimmt sich bewegende Körper in Kombination von Größe, Gewicht und Entfernung wahr. Eine genaue Berechnungsgrundlage, in welcher Höhe bei welchem Tier der Melder am besten angebracht wird, kann man auf der Website des Herstellers nachlesen. Im Gegensatz zu den bereits genannten Teilen haben wir die Bewegungsmelder nicht angeklebt, sondern verdübelt, das schien uns an dieser Stelle die robustere Variante.

Kommen wir zum Herzstück der Anlage, der Alarmzentrale. Diese wird ans Stromnetz sowie mit einem Ethernetkabel an das Modem angeschlossen. Entweder befestigt man die Alarmzentrale an der Wand oder man stellt sie auf. Für die Installation bedeutet das, dass Strom- und LAN-Anschluss vorhanden sein müssen – falls nicht, heißt es Überstunden ein- und entsprechend Kabel verlegen. Wichtig für die Platzierung ist die passende Stelle: die Alarmzentrale sollte bei Eintritt bzw. Verlassen des Hauses sichtbar sein, damit man den Status der Anlage im Blick hat.

Registrierung und Account-Einrichtung

Nachdem die Hardware installiert ist, werden direkt im Anschluss alle Melder im Online-Portal eingerichtet. Sinn macht eine Benamung der Melder, wie z.B. Wohnzimmer, Balkontür etc. So kann man die Melder einfacher zuordnen und steuern und bei einer Fehlermeldung direkt erkennen, wo sie herkommt. Für das Bedienteil werden hier die Codes generiert, jedem Bewohner kann einen Pincode seiner Wahl erstellen. Die Adminoberfläche erlaubt die Einrichtung der Benutzer, der Sensoren und eine Übersicht über die Aktionen (Aktivierung, Deaktivierung) der jeweiligen Benutzer. Auch legt man fest, wer im Alarmfall in welcher Form alarmiert wird. Diese ganzen Informationen sind sehr aufschlussreich und wichtig, wie auch die automatischen Statusmeldungen und Systemüberprüfungen der Anlage.

Gekoppelt wird das System zudem mit Handy über die passende App. Hier kann man die Alarmanlage an-/ausstellen und jederzeit sehen, in welchem Zustand sich die Anlage befindet.

Weiteres Zubehör

Es scheiden sich die Geister, ob eine Außensirene abschreckend oder anziehend wirkt. Wir entscheiden uns für die Krachmandel mit Blinklicht, ganz nach dem Motto: viel hilft viel. Die Sirene muss erst im persönlichen Egardia-Bereich erfasst und kann dann erst montiert werden. Denn: die Sirene verfügt über einen Sabotageschalter. Sollte die Sirene von der Wand entfernt werden, ertönt der Alarm. Die Befestigung der Sirene, vor allem auf gedämmten Fassaden, ist etwas umständlich. Angebracht wird sie dort, wo sie möglichst schwer erreichbar ist – für Einbrecher. Das macht die Installation allerdings auch nicht einfacher. Da die Sirene ein ordentliches Gewicht hat, muss sie sicher befestigt werden. Bei uns gab es anfangs Probleme mit Fehlalarmen – bedingt dadurch, dass sich der Sensor in einem zu großen Abstand von der Wand befand.

Zuletzt packen wir noch die Pfiffigen Stecker aus – sie bringen extra Komfort und Flexibilität ins Haus. Nicht nur, dass man seine elektrischen Geräte (auch aus der Ferne) steuern und deren Betrieb zeitlich einstellen kann. Durch die Kopplung mit der Alarmanlage können weitere, auf die jeweiligen Wünsche angepasste Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden. Ganze Wochenpläne lassen sich individuell im persönlichen Bereich einrichten.

Service

Mit relativ wenig Aufwand und überschaubaren Kosten erhält man erstaunlich viel Service. Für 8,95/Monat gibt es den Egardia Sicherheitsdienst, umfangreiche Alarmbenachrichtigungen, Funktions- und Systemkontrollen inklusive. Die Bedienungsanleitungen sind sehr umfangreich beschrieben und im Download-Bereich des Herstellers verfügbar – viel Lesestoff, damit wenig Fragen übrig bleiben.

Großer Pluspunkt ist der freundliche und überaus kompetente Kundenservice. Unsere Fernbedienung war defekt, wir bekamen umgehend Ersatz. Da offensichtlich irgendwo noch ein Fehler im System mitspielte, kamen wir mit dem Kundenservice auch telefonisch (ohne Warterei) in Kontakt. Mit einer Engelsgeduld, dem Abchecken diversester möglicher Fehlerstellen und fachlicher Kompetenz wurde das Problem erfolgreich aus der Welt geschafft.
Zudem testet Egardia mit dem Konzept „friendly user“ immer mal wieder Neuerungen und setzt dabei auf das Feedback der Kunden.

Fazit

Seit Monaten in Betrieb und es gibt nichts zu meckern. Die Anlage läuft störungsfrei, Fehlalarme gehen auf unsere Kappe und die Bedienung sowie Kontrolle über das Smartphone auch von unterwegs sind von großem Nutzen. Bezahlbar, drahtlos in der Funktion, nicht aufwändig zu installieren, individuell zu konfigurieren, erweiterbar mit reichlich Zubehör. Wer den Aufwand nicht scheut, sieht sich in puncto Einbruchschutz schnell auf der sicheren Seite. Alternativ stünde auch ein Installationsservice von Egardia zur Verfügung.
Insgesamt ein einfaches und durchdachtes System.

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