Winterquartier für Igel – ein Luxushaus zum Selberbauen

Nicht nur der Kalender hat den Herbst schon angekündigt, die Temperaturen lassen es aktuell auch spüren. Damit rückt auch der Winterschlaf für Igel in greifbare Nähe, zumal das Nahrungsangebot ebenfalls zur Neige geht – Zeit, sich einen Unterschlupf zu suchen. Da helfen wir doch gerne mit, Igel sind nützliche Tiere im Garten. Mt einem selbstgebauten Igelhaus können wir dafür sorgen, dass unsere stacheligen Helfer auch nächste Saison wieder Schnecken und anderen Schädlingen den Garaus machen. Wer Holz- oder Steinreste im Garten hortet, wird schnell ein passendes Haus fertigstellen. Es geht ganz einfach!

Natürliche Behausungen wie Laubhaufen oder Holzstapel in einer ruhigen Ecke des Gartens sind eigentlich ausreichend für den Igel. Aber nicht für Frau Bea. Mein Anspruch lautet zudem, nichts zu kaufen, sondern Reste zu nutzen. Igelhäuser kann man aus Holz, Stein, Styropor, alten Tontöpfen und vielem mehr bauen. Beim Igelzentrum Zürich hole ich mir Inspiration aus den zahlreichen Vorschlägen. Und dann startet das Mutter-Sohn-Projekt:

Material und Maße

Das Igelhaus sollte eine Fläche, also Innenmaße, von circa 30×40 Zentimetern und eine Höhe von ungefähr 20-30 Zentimetern haben, da passt dann auch der dickste Brummer rein.

Wir suchen uns zusammen:

  • Kanthölzer (vorgestrichene Reste von einem Fußballtor) 7×7 cm
  • eine Waschbetonplatte als Decke
  • trockenes Laub für den Innenraum
  • Stroh
  • Schrauben, 8cm
  • Schrauben, 3,5-5 cm
  • 5 Winkelstücke
  • Laub, Reisig, Borke, Grassoden für die Außendämmung
  • Handsäge/Kreissäge, Holzbohrer, Akkuschrauber
Das Haus in Form bringen: Holz auf Maß sägen

Die Kanthölzer werden gekürzt. Im Einzelnen brauchen wir:

  • 6 Kanthölzer à 45 cm
  • 4 Kanthölzer à 30 cm
  • 2 Kanthölzer à 20 cm
  • 3 Kanthölzer à 15 cm

Vor dem Zusammenschrauben legen wir die Hölzer probeweise übereinander. Wir haben dabei einen Eingang von 10 cm berücksichtigt und im Innenraum die „Diele“ vom „Schlafraum“ abgetrennt. Das schützt den Igel vor Zugluft.

Vorbohren, Schrauben, Verbinden

Um die Kanthölzer miteinander zu verbinden, bohren wir erst einmal Löcher vor, um beim Schrauben nicht blöde stecken zu bleiben. Die Verbindung der Hölzer mit Nägeln können wir nach einem ersten Selbstversuch nicht empfehlen!

Um dem Haus Stabilität zu verleihen, werden nun innen noch an jeder Ecke und an der Verbindung von Diele zu Schlafraum Winkel angeschraubt.

Fertig sieht es dann so aus:

Das Haus aufstellen. Die Lage entscheidet!

Entscheidend für einen ungestörten Winterschlaf ist eine ruhige Lage. Wir entscheiden uns für eine kaum frequentierte Stelle hinter dem Haus unter einem Lorbeerstrauch. Den Eingang richten wir zur wetterabgewandten Seite (Süd-Ost) aus. Als Unterlage legen wir einige Stapel Zeitungen aus.

Dann schichten wir Stroh und trockenes Laub in den Innenraum.

Am Schluss kommt die Betonplatte als Dach obendrauf. Zur zusätzlichen Isolierung kann man nun außen herum Reisig, Laub, Grassoden und Borke aufschichten.

Igel anlocken, Einzug überprüfen

Klar wollen wir sicherstellen, dass der Igel möglichst schnell sein Haus findet. Dafür platzieren wir einige tote Regenwürmer, die sich leider in unsere Poolabdeckung verirrt haben, als Köder vor dem Eingang. Und stellen dann einen Strohhalm aufrecht hin, der soll anzeigen, ob das Haus bewohnt ist. Nach dem Motto: Strohhalm platt, Igel drin.

Mutter und Sohn freuen sich über das fertiggestellte Projekt und die gemeinsam verbrachte kreative Zeit. Und auf den Igel, der nun hoffentlich schnell Einzug hält!

Viel Spaß beim Nachbauen! Und wie immer: schickt mir gerne Eure Bilder!

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