Mini-Aufwand für den Mini-Teich

Seit Jahren steht sie bei mir herum, diese Zinkwanne. War schon einmal ein Miniteich, mit Teichfolie ausgekleidet. Das sah aber nicht wirklich schön aus. Dann habe ich sie jahreszeitlich bepflanzt. Machte mich aber auch nicht glücklich. Der Miniteich war genau das, was ich eigentlich daraus machen wollte, nur musste eine bessere, ansehnlichere Lösung her. Und siehe da! Gefunden. In wenigen Tagen – Geduld und Wartezeit inklusive – ist mein kleiner Teich wieder zum Leben erwacht.

Alte Zinkwannen sind dekorativ und prädestiniert dafür, zum Miniteich umfunktioniert zu werden. Aber: Zink beeinträchtigt das Wachstum von Wassserpflanzen. In Teicherde ist Huminsäure enthalten und diese wiederum kann Zink loslösen. Das mögen Pflanzen definitiv nicht.  Daher braucht die Zinkwanne eine Deckschicht, um ein optimales Wasserklima herzustellen. Teichfolie war für mich allerdings aufgrund meiner Erfahrung nicht das Mittel der Wahl. Wie gut, dass es flüssige Teichfolie gibt! Die „Aqua-Forte Impermax ST“ ist eine gebrauchsfertige Membran, die auf Ein-Komponenten-Polyurethan basiert. Das am Rande für die Chemiker unter uns.  Netter Nebeneffekt: Lecks in der Wanne werden gleich mit abgedichtet und die farbige Teichfolie ist ein optisches Highlight.

Ihr braucht:

– Schleifpapier für Metall, 1 x Körnung 120, 1 x Körnung 280
– 3 Pinsel oder Walzen
– Atemschutzmaske
– Handschuhe
– 2,5 kg Impermax ST flüssige Teichfolie in Farbe nach Wahl, ich habe „azugrün“ gewählt (z.B. beim Hersteller im Online-Shop erhältlich)

Vorarbeiten

Schleift erst mit dem groben, dann mit dem feineren Schleifpapier unebene Stellen, Schmutz und Rost weg. Spült im Anschluss die Wanne mit reichlich Wasser aus und lasst sie gut durchtrocknen.


Erster, zweiter, dritter Anstrich

Handschuhe und vor allem eine Atemschutzmaske sind beim Streichen Pflicht. Die Farbe riecht sehr unangenehm, gesund ist sie bestimmt auch nicht. Arbeitsplatz im Schatten auswählen. Nehmt reichlich flüssige Teichfolie auf den Pinsel (oder Walze) und verteilt diese gleichmäßig in der Wanne. Die Farbe ist recht zähflüssig, arbeitet zügig. Ein besonderes Augenmerkt solltet Ihr auf die Nahtstellen legen und hier akkurat arbeiten. Sollten in der Wanne, z.B. Abflusslöcher sein, könnt Ihr diese nun mit Silikon abdichten. Lasst die Wanne über Nacht trocknen und stellt sie bloß weit genug von einem offenen Fenster – der Geruch ist penetrant.


Die folgenden zwei Tage bringt Ihr den zweiten und dritten Anstrich auf. Gebt der Teichfolie Zeit durchzutrocknen (nicht in der prallen Sonne!), auch wenn es Euch in den Fingern juckt, möglichst schnell fertig zu werden. Bearbeitet auch hier mit besonderer Sorgfalt vormals undichte Stellen/Löcher.
Füllt dann ein wenig Wasser ein und schaut, ob die Wanne dicht ist. Falls nicht, nochmals mit Silikon oder Teichfolie nacharbeiten.

Standortwahl

Sucht ein halbschattiges Plätzchen aus. Mittagssonne sollte möglichst vermieden werden, zuviel Sonne begünstigt Algenwachstum und lässt das Wasser schneller verdunsten.
Auf dem Balkon könnt Ihr den Miniteich auch zeitweise mit einem Sonnenschirm beschatten, im Garten bieten Sträucher und Gräser einen natürlichen Sonnenschutz.


Befüllen und Einrichten

Befüllt nun die Zinkwanne je zur Hälfte mit Regen- und Leitungswasser und lasst das Wasser einen Tag ruhen. In der Zwischenzeit könnt Ihr Pflanzen sowie – je nach Geschmack – Steine und Kiesel aussuchen. Ich habe für meine Zinkwanne drei Pflanzen ausgewählt, die in unterschiedlichen Farben blühen: Hechtkraut, Blumenbinse und Rohrkolben. Für die Oberfläche kann der Wassersalat aus dem Aquarium meines Sohnes herhalten.

Da die Pflanzen sich ruhig noch etwas ausbreiten dürfen, sind sie auch gleich von mir in größere Töpfe, bedeckt mit einer feinen Kiesschicht, umgepflanzt worden. Benutzt auf jeden Fall Teicherde, reguläre Blumenerde ist viel zu nährstoffreich und würde Algen zum Wuchern bringen. Die drei oben genannten Wasserpflanzen lassen sich alle auf dem Boden platzieren. Zu Gestaltungszwecken habe ich mir einen schönen, großen Stein zur Seite gelegt, wobei sich das Wasser erst einmal „setzen“ muss, bevor man klar sieht. Verteilt noch ein wenig gewaschenen Kies auf dem Boden und schon ist der Miniteich fertig.


Natürlich lässt sich die flüssige Teichfolie auch auf andere Materialien auftragen, wie z.B. Keramikkübel.


Weitere Tipps rund um Miniteiche und deren Gestaltung und Bepflanzung findet Ihr z.B. im Gartenlexikon.
Viel Spaß mit Eurem Projekt!

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