Während der Bau meiner Wurmkiste relativ schnell über die Bühne ging, braucht es für den Start der Wurmkiste etwas mehr Geduld. In der Wurmkiste werden zwar zukünftig in kurzer Zeit Küchenabfälle zu wertvollem Humus verarbeitet. Damit das perfekt funktionieren kann, muss für die Würmer ein entsprechendes Wohnklima geschaffen werden. Anschließend gibt man den Würmern Zeit zum Einleben, bis die eigentliche Arbeit in der Wurmbox startet.

Das brauchen wir:

  • mehrere Lagen geschreddertes Zeitungspapier oder
  • brauner Karton
  • Kokoserde (als Substratblock erhältlich)
  • 500 Würmer der Gattung eisenia foetida foetida oder eisenis foedita andrei
  • eine winzige Menge Küchenabfälle
  • Hanf- oder Kokosmatte


Bei den Würmern handelt es sich um Kompostwürmer, keine Regenwürmer. Diese kann man entweder aus dem eigenen Komposthaufen entnehmen, im Anglergeschäft oder bei Anbietern im Internet kaufen. Die Menge von bis 500 Würmern mutet enorm an, aber es sind ganz winzige Würmer. Fühlen sie sich wohl, vermehren sie sich rasch.

So wird geschichtet:

Die unterste Lage bildet das geschredderte Zeitungspapier bzw. der in Stücke gerissene Karton. Das soll verhindern, dass die Würmer in den darunter liegenden Behälter für den Wurmtee durchfallen.

Der Block Kokoserde wird nach Herstellerangaben mit Wasser in einen Eimer gegeben, wo er circa 15 Minuten quillt. Die entstandene feinporige Erde wird über die Lage Zeitungspapier/Karton verteilt.

Jetzt kommt Leben in die Bude, die Würmer werden auf die Erde gesetzt. Der Deckel bleibt offen, damit sich die Würmer von der Oberfläche in das Substrat eingraben.

In eine Ecke legen wir eine Handvoll kleingeschnittenes Futter aus Obst- und Gemüseabfällen. Etwas Kokoserde darüber geben, mit der Kokos- bzw. Hanfmatte (verhindert Fruchtfliegenbefall und hält die Feuchtigkeit in der Kiste) alles abdecken, Deckel drauf und den Würmern Ruhe gönnen.

Die nächsten Wochen

Gefüttert wird in den ersten Wochen wenig und nur soviel, wie die Würmer auch annehmen. Verhungern wird kein Wurm, dafür sind ausreichend Kokosfasern in der Kiste.
Das Futter sollte abwechslungsreich sein und kleingeschnitten. So wird es schneller weich, zersetzt sich besser und kann von den Würmern schneller gefressen werden.

Gefüttert werden dürfen:

  • rohe Obst- und Gemüseabfälle
  • zerkleinerte Eierschalen (in Maßen!)
  • Kaffeesatz, Kräutertee
  • ab und an ein Scheibchen verschimmeltes Brot
  • verblühte Blüten (nichts Holziges)

 

Ungeeignet sind:

  • gespritzte Citrusfrüchte
  • Fleisch, Fisch
  • Milchprodukte, alle Öle und Fette
  • gekochte Speisen, angemachte Salate
  • Tee
  • marinierte Gemüse
  • Sägemehl, Tierkot, Haare, Knochen
  • rohe Kartoffelschalen
  • Rasenschnitt

 

Die Wurmkiste wird wöchentlich kontrolliert, der Inhalt darf weder zu nass noch zu trocken, er muss immer leicht feucht sein (Richtwert: so feucht wie ein ausgedrückter Schwamm). Mit einer Sprühflasche oder dem Hinzufügen weiterer Papier-/Pappeschnipsel lässt sich der Feuchtegehalt regulieren.

Mineralien wie Urgesteinsmehle (düngerfrei) oder Kalk (Algen- oder Gartenkalk) wirken positiv auf den Säuregehalt ein, manche Küchenabfälle sind einfach zu sauer – das vertragen weder die Würmer noch die meisten Pflanzen, denen wir später die Erde beigeben wollen. Wöchentlich soll daher 1/2 Teelöffel Mineralien zugegeben werden.

Temperaturschwankungen sind zu vermeiden, der Wurmkomposter sollte in der Wohnung, im Keller oder im Treppenhaus stehen. Wurmkisten sind geruchsfrei, daher wird der Komposter im Wohnbereich nicht stören.

Von Frühjahr bis Herbst kann die Wurmbox auch auf Balkon oder Terrasse, soweit man eine direkte Sonneneinstrahlung vermeidet.

Schicht für Schicht
Im ersten Anlauf kann es 3-4 Monate dauern, bis die Würmer ihre Arbeit so richtig aufgenommen haben. Ist die erste Kiste mit Kompostmaterial gefüllt, wird die zweite Kiste obenauf gesetzt und wiederum sukzessive mit Kompostmaterial befüllt. Die Würmer wechseln von alleine in die Etage, in der mehr Futter zu finden ist. In der unteren Kiste kann der Wurmkompost entnommen werden – wir haben nun eine nährstoffreiche Blumenerde gewonnen.

Zellulose in Form von Zeitungspapier, brauner Pappe, Kokosfasern, Eierkartons, Klopapierrollen, Küchen- und Taschentüchern müssen regelmäßig nachgefüllt werden, denn auch das steht auf dem Speiseplan der Würmer.

Es stinkt?

Unangenehme Gerüche entstehen, wenn nicht ausreichend Sauerstoff vorhanden ist oder das Material zu feucht. Das kann an nassem Futter, zu wenige Zellulose oder nicht abgelassenem Wurmtee liegen. Wird hier schnell Abhilfe geschaffen, verflüchtigen sich die unangenehmen Gerüche wieder.

Teatime – der Wurmtee

In „Parterre“ befindet sich ein Auffangbehälter, in dem sich der Wurmtee sammelt. Wurmtee besteht aus den Ausscheidungen der Würmer,  aber auch dem Wasser der Küchenabfälle. Im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt wird Wurmtee zum Pflanzendünger. Füllt man den Dünger in Flaschen ab, müssen diese offen stehen, sonst wird der Wurmtee faulig.

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