Wichtig gegen Rost: Korrosionsschutz beim Stahlwandpool

Alte Liebe rostet nicht – für Stahlwände und Edelstahlleitern gilt das leider nicht. Damit die Freude am Stahlwandpool ungetrübt bleibt, lohnt es, Schäden am Blech vorzubeugen. Kurz: einen Schutz gegen Korrosion zu installieren, der die Stahlwand schützt. Das ist einfacher, als eine komplette Stahlwand erneuern zu müssen.

Hintergrundinformationen

Trotz der Verzinkung des Stahlwandbleches können Schäden an selbigem entstehen und in der Folge zu Rost führen. Um das zu verhindern, macht man sich ein bisschen Physik und Chemie zunutze,  indem man ein laut Periodensystem minderwertigeres Metall einsetzt. Dieses soll/kann dann statt Edelstahlleiter beziehungsweise Stahlblech rosten.

Einkaufsliste:
Die Installation in wenigen Schritten

Idealerweise installiert man den Korrosionsschutz, bevor man Platten oder ein Holzdeck rund um den Pool verlegt. So kann man unter der Einfassung ein Leerrohr für das Erdungskabel unsichtbar verlegen. Das Erdungskabel haben wir bis zum Stahlträger durchgezogen.

Zuerst wird der Erdungsanker eingeschlagen. Er sorgt für Entladung bei Gewittern.

Nun ist die Opferanode (=Magnesiumstange) an der Reihe. Vorsicht beim Einführen ins Erdreich, denn die Magnesiumstange ist ein relativ weiches Metall und kann sich schnell verbiegen. Wir haben vorgearbeitet und erst einmal mit Eisenstangen ein möglichst tiefes Loch eingeschlagen und dann die Magnesiumstange platziert. Wichtig ist, dass die umliegende Erde eingeschlämmt wird, denn nur im feuchten Boden kann später der Strom fließen.

Damit die beiden Stangen nicht aus dem Boden stehen und man sich die Füße aufschlägt, haben wir mit einem HT-Rohr einen Revisionsschacht gebaut, der am Schluss mit einem Deckel versehen wird. An der Seite muss das Leerohr, in dem sich das Erdungskabel verbindet, durchgeführt werden.

Das Erdungskabel wird mit der Anode und dem Anker mittels Anschlussklemmen verbunden.

Jetzt gilt es, die Verbindung zur Stahlwand herzustellen.  Dafür wird ein kleines Loch in die Stahlwand gebohrt und ein wenig Zink weggekratzt, damit der Strom gut durchfließen kann. Anschließend wird hier die Befestigung für das Erdungskabel angebracht.

Die Befestigung zur besseren Ansicht vor Montage:

Zuletzt wird das Erdungskabel verbunden und die Naturgesetze können ihren Lauf nehmen, ohne Schaden am Pool anzurichten.

Und wenn es dann einmal rostet…

Was passiert zukünftig? Sollte es zu Rostschäden kommen, rostet erst das minderwertige Metall, in dem Fall unsere Magnesiumanode. Das übrige Metall, ergo Stahlwand und Edelstahlleiter, bleiben unversehrt. Dafür oxidiert das Magnesium, löst sich sukkzessive auf und muss dann irgendwann ersetzt werden. Dank des Revisionsschachtes hat man den aktuellen Zustand immer gut im Blick.

Beitrag teilen:

4 Kommentare zu „Wichtig gegen Rost: Korrosionsschutz beim Stahlwandpool“

  1. Toller Artikel!

    Und wie schütze ich die Leiter? Indem ich eine Verbindung zur Stahlwand herstelle? Erzeugt das nicht einen Potentialunterschied?

    lG Thomas

    1. Hallo Thomas, die Leiter muss auf gleiche Weise geschützt werden, nicht durch Verbindung mit der Stahlwand, sondern mit der Magnesiumanode. Das hat dann denselben Effekt wie der beschriebene Schutz mit der Stahlwand.
      Konnte ich weiterhelfen? Viele Grüße, Bea

  2. Hallo

    Hab folgende (hoffendlich keine blöde) Frage. Muss man nicht nach dem anschließen an der Stahlwand wieder alles mit Zinkspray versiegeln, damit nicht dort schon Rost vorprogrammiert ist?
    Bin Laie in diesen Sachen, habe aber vor mir einen Stahlwandpool in die Erde einzubauen.
    Ich würde eher unten an der Poolwand das Loch bohren, da dann die Schraube innen durch die Kehle verdeckt wird und so nicht durch die Folie gedrückt wird.

    1. Hallo Marco, das ist keine blöde, aber komplizierte Frage. Ich musste mich schlau machen, denn das geht dann schon ganz schön in die Physik und das Elementesystem hinein. Grundsätzlich ist es ja so, dass die Opferanode eine niedrigere Spannung als das zu schützende Metall aufweisen muss. Alles, was zwischen Opferanode und in dem Fall der Stahlwand liegt, sollte so widerstandsfrei (und kurz) wie möglich sein, damit die Leitung nicht unterbrochen wird. Ergo würde Zinkspray, welches ja auch Lackanteile und nicht bloß reines Zink erhält, dauerhaft diese Leitung stören. Grundsätzlich leitet Zink schon, aber wie hoch dann tatsächlich, kann ich nicht sagen. Konnte ich ein wenig helfen? Sonnige Grüße Bea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.