Gärtnern deluxe: Hochbeet nach Maß

Lange habe ich damit geliebäugelt: dem superbequemem Gärtnern am Hochbeet. Die Art von Hochbeet, die ich mir vorstelle, gibt es nicht von der Stange. Größe, Höhe, Volumen – all das „muss“ mal wieder maßgefertigt sein. Mal abgesehen von den abstrusen Preisen, die bei fertigen Sets aufgerufen werden. Nun, ich gebe zu, die Herausforderung nehme ich gerne an! Wie es geht, worauf Ihr achten solltet und wie mein ganz persönliches Traumhochbeet am Ende aussieht zeige ich Euch hier.

Vorüberlegungen

Was soll ein Hochbeet bieten? Eine bequeme Höhe zum Bewirtschaften, Langlebigkeit, eine angemessene Fläche für den Gemüseanbau und schön aussehen soll es auch. Ob sich bewahrheitet, dass der Gemüseanbau durch die wärmeren Temperaturen im Hochbeet früher erfolgen kann und die Erträge aus gleichem Grund höher ausfallen, werden wir dann sehen.

Es gibt tolle und vielfältige Umsetzungen, wenn man sich durchs Internet klickt. Mein größter Anspruch an das Hochbeet ist: wir sollen gemeinsam alt werden. Sehr alt. Daher scheiden Palettenlösungen oder anderes, billiges Holz gleich aus. Ich entscheide mich für Douglasie. Douglasienholz ist von Natur aus witterungsfest und sehr langlebig. Außerdem möchte ich den Ökofaktor berücksichtigen: Douglasie ist ein heimisches Holz und somit meine Wahl!

Mein Hochbeet wird die Maße 2m x 1,20m x 0,725m (Länge, Tiefe, Höhe) haben. Ich orientiere mich an meiner eigenen Größe und der Höhe und Länge verfügbarer Dielen. Möglichst wenig Verschnitt soll anfallen, gleichzeitig soll mein Beet in seinem Ausmaß von allen Seiten bis in die Beetmitte bequem erreichbar sein.

Materialliste

  • 12 x Terrassendielen Douglasie 200 x 14,5 x 2,8
  • 7 x Terrassendielen Douglasie 300 x 14,5 x 2,8
  • 2 Rahmenhölzer 200 x 9 x 9
  • 4 Bodeneinschlaghülsen verzinkt 9 x 9
  • Unkrautfolie für 2,4 qm
  • 1 Rolle Kaninchendraht/Drahtgeflecht 10 x 0,5 m, verzinkt, Maschenweite 13mm (als Wühlmausschutz, auf keinen Fall dürfen die Maschen größer sein!)
  • 6,4 Meter Noppenbahn oder Teichfolie in 80 cm Höhe
  • 80 TX Holzschrauben 4 x 50mm

Werkzeugliste
  • Akkuschrauber mit Wechselakku und Torx Aufsatz
  • Bohrer 5 mm, optimalerweise mit Senker
  • eine große Packung Schrauben 5x50mm
  • Wasserwaage
  • Maßband/Zollstock
  • Bleistift
  • Universalwinkel
  • Tacker und viele, viele Tackernadeln
  • Blechschere
  • Cuttermesser
  • Einschlagholz
  • großer Hammer/Fäustel, ggf. Stemmhammer
Ausmessen, auf Maß bringen

So sehr ich mich bei der Planung bemüht habe, möglichst wenig Verschnitt zu haben – es lässt sich nicht vermeiden, das eine oder andere Teil auf Maß zu kürzen. Bei mir betrifft es die kurzen Seiten, aus den 3m langen Terrassendielen säge ich 10 Stücke à 1,20m. Natürlich kann man sich die Dielen auch bequem im Baumarkt wunschgemäß schneiden lassen.

Weiter geht es mit den Rahmenhölzern. Achtung: aufgerechnet werden muss der Teil, der in der Einschlaghülse verschwindet, in meinem Fall sind das 15cm „on top“ zuzüglich der Höhe der fünf Terrassendielen übereinander. Macht nach Adam Riese also 87,50 cm.

Vorarbeiten – Pfosten markieren, Schablonen bohren, Dielen vorbohren

Damit alles lotgerecht ausgerichtet ist, entscheide ich mich dagegen, direkt am Beet aufzubauen. Stattdessen markiere ich zuerst die Pfosten am unteren Ende an der Stelle, wo das erste Brett anliegt. Also oberhalb des Schuhs der Einschlagbodenhülse. Danach bohre ich alle 20 Dielen vor und nutze dafür den Bohraufsatz mit Senker, damit die Schraube später schön im Holz versenkt ist und nicht aufliegt. Damit das alles gründlich vonstatten geht, nutze ich eine Diele als Schablone für alle übrigen Bretter.

Im Anschluss befestige ich die langen Seiten an den Pfosten und zwar jeweils ein Brett unten (oberhalb der Einschlaghülse) und eines am oberen Rand. Es soll helfen, die Pfosten waagerecht und lotgerecht zueianander auszurichten. Man könnte dafür auch eine provisorische Dachlatte verwenden.

Zusammenbau des Rahmens

Nun stelle ich die langen Seiten auf, behelfe mir mit einigen Gewichten, damit sie auch stehen bleiben. Dann kann ich die kurzen Seiten mit Blick auf die Wasserwaage an die Pfosten schrauben, auch jeweils eine Diele oben und unten. Das geht ruckzuck, die Arbeit mit dem Vorbohren der Löcher hat sich gelohnt. Der „Rahmen“ steht schon nach kurzer Zeit.

Jetzt brauche ich noch zwei starke Arme, um den Rahmen auf den Kopf zu drehen und die Einschlagbodenhülsen aufzusetzen. Die passen bei mir so knirsch drauf, dass ich mit dem Hammer nachhelfe. Das Anschrauben spare ich mir aus gleichem Grund.

Den Standort vorbereiten

Bevor das Hochbeet an seinen Bestimmungsort kommt, bereite ich die Stelle vor. Der Boden wird eingeebnet, das Unkrautvlies ausgelegt. An den Ecken schneide ich ein Kreuz in das Vlies, dort sollen die Pfosten hindurchstechen. Und dann kann auch schon der gebaute Rahmen eingesetzt werden. Dafür sollte man sich mindestens noch zwei, besser vier weitere helfende Hände suchen.

Aufbau des Hochbeetes – die letzten Handgriffe

Mit Einschlagholz und Vorschlaghammer werden die Pfosten reihum immer Stück für Stück in den Boden gehauen. Dabei kommt die Wasserwaage ohne Unterbrechung zum Einsatz, wäre ja blöde, nach all der Arbeit später vor einem schiefen Beet zu stehen. Nachdem die Einschlaghülsen komplett im Boden versunken sind, schraube ich die oberen Dielen wieder ab. Dann wird erst einmal mithilfe des Tackers der Wühlmausschutz angebracht.

Und endlich können die restlichen Dielen angeschraubt werden. Das geht fix, die Dielen sind ja bereits vorgebohrt.

Es fehlt die Noppenbahn. Das Anbringen und Antackern gestaltet sich schwierig, die Noppenbahn ist ganz schön sperrig. Teichfolie wäre definitv empfehlenswerter. Aber ich wollte Reste verwerten. Zuletzt schneide ich mit dem Cuttermesser die überstehende Noppenbahn ab.

Bedingt durch die Pfostenschuhe schließt das Beet nicht plan mit dem Boden ab. Wen das stört, der kann die unterste Reihe mit Holz verblenden. Das Holz sollte aber nach Möglichkeit keinen Bodenkontakt haben – also bedenkt schon beim Einschlagen der Pfosten, etwas Puffer zu belassen. Und fertig ist das Hochbeet. Anstreichen brauche ich die Douglasie nicht, sie wird vergrauen, aber nicht verfaulen.

Befüllt werden muss das Hochbeet noch. Wie das geht, zeig ich Euch in meinem nächsten Beitrag.

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