Schritt für Schritt zum Poolglück

Angefangen hat unser Badespaß ganz klassisch mit einem Planschbecken. Die Kinder wurden größer, das Planschbecken wuchs mit. Später kam der Aufstellpool aus dem Discounter, immerhin schon 90 cm tief und 360 cm im Durchschnitt. Nach mehreren Jahren Badespaß verformte dieser sich zum wiederholten Male. Kurzum: eine andere Lösung musste her. Ich sende noch den O-Ton meines Mannes voraus: „Einen Pool im Garten brauchen wir nicht“. An dieser Stelle gehe ich nahtlos über zu meinem Test- und Erfahrungsbericht zum Thema „Gartenpool selber bauen“ und präsentiere Euch die Höhen und Tiefen rund um das Projekt.

Um es vorab zu schicken: wir haben das gesamte Vorhaben unterschätzt und den vielen Stimmen on- und offline nicht Glauben schenken wollen. Kosten, Aufwand, der Schaden durch die Arbeiten im Garten – das überstieg in der Realität dann doch unsere Vorstellungskraft. Es ist eben nicht damit getan, ein Becken aufzustellen, die Pumpe und einige Rohre anzuschließen. Zumindest dann nicht, wenn man wie wir, den Pool komplett in den Boden einlassen will.

Einkauf und Planung

Für die Bestellung unseres Stahlwandpools haben wir den späten Winter gewählt. Hier gibt es Angebote en masse – genau hinschauen lohnt sich! Wichtig für uns war die Fabrikation „made in Germany“. Ein Stahlwandpool sollte es sein, da Bau, Haltbarkeit, Pflege und Preis hier für sich sprechen. Für die Auswahl der Form spielten zwei Kriterien eine Rolle: die optische Eingliederung in den Garten und der kleinstmögliche Aufwand in Sachen Stabilisierung und Bewehrung.

Wir haben uns für ein Achtformbecken des Anbieters Poolsana entschieden, in der Größe 6,25 x 3,60 x 1,35 m und für den Erdeinbau konzipiert. Eine ausführliche Teileliste wird automatisch beim Einkauf zusammengestellt. Denkt vorab schon an nachfolgende Bauschritte: möchte ich später eine Solaranlage zur Erwärmung des Wassers anschließen? (zweite Pumpe sinnvoll). Wo stelle ich die Pumpen und ggfls. die Solaranlage auf? Wie soll die Umrandung um das Becken aussehen? Individuell mit Pflastersteinen oder Holz? Oder mit Beckenrandsteinen speziell für den Poolbau? (passenden Handlauf auswählen). Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung von Poolsana gibt eine Übersicht über alle anfallenden Arbeiten und was vorab z.B. bei Technik und Verrohrung zu berücksichtigen ist. Darüber hinaus sind der Lieferung ausführliche Montageanleitungen beigefügt.

Wichtig auch: die Lage. Für die Auswahl des passendes Standortes berücksichtigt man, dass Strom- und Wasserzufuhr bzw. der Anschluss an den Kanal gewährleistet sind. Wir mussten 60 Meter Zuleitung für Strom und Wasser vom Haus zum Pool und retour als Abfluss legen. Letzteres macht auf jeden Fall Sinn, auch wenn es Mehrarbeit bedeutet. Bei jedem wöchentlichen Rückspülen der Sandfilterpumpe fallen rund 1 m³ Abwasser an, welche entsorgt werden wollen. Im Kanal, denn das Chlorwasser ist definitv nichts für Stauden und Gemüsegarten. Auf die Einkaufsliste kommen ergo Wasserrohre und Erdkabel.

Aushub und Untergrund

Für den Erdaushub haben wir uns Bagger und Dumper gemietet und einen 8 cbm Absetzcontainer bestellt. Schlagt auf die Berechnung des Erdaushubes 1/3 Mehrmenge ein, weil lose Erde nun einmal mehr Volumen hat. Die Tiefe des Loches berechnet sich anhand des Geländeniveaus. Unser Stahlwanndpool sollte im Boden eingebaut sein, ca. einen Zentimeter herausstehen, damit uns Regenwasser vom Rand nicht wieder in den Pool fließt. Beim Aushub wie beim gesamten Projekt ist die Hilfe von Freunden gefragt, denn alleine kommt man nicht voran, wenn man Bagger und Dumper parallel bedienen muss. Beim Ausbaggern wird auch  zusätzlicher Raum für die spätere Verrohrung und den Skimmereinbau geschaffen.

Unsere Zwischenbilanz nach 3 Tagen: ein durchpflügter Garten (an Tag 2 regnete es Bindfäden), sechs abtransportierte Container und ein riesiges Loch im Garten! Oder in Zahlen ausgedrückt: 2.000 Euro für den Containerdienst plus Miete für Bagger, Dumper und Rüttelplatte (kommt gleich noch zum Einsatz) in Höhe von rund 1.200 Euro.

Nach Begutachtung eines befreundeten Tiefbauers haben wir auf die Anfertigung eines Beton-Untergrundes verzichtet, auch, da unser Boden maximal verdichtet ist und auf Kies gründet. Allerdings übernimmt der Hersteller in dem Falle keine Gewährleistungsgarantie! Guter Rat sollte hier nicht teuer sein, holt Euch die Meinung eines Sachverständigen ein. Einbetoniert haben wir dagegen – wie vorgegeben – die lotgerecht ausgerichteten Stahlstützen, die für Stabilität der Achtformbecken sorgen. Wir haben Schnellzement gewählt, der seinem Namen alle Ehre macht. Einfach in der Anwendung, schnell ausghärtet. Nur teurer. Den Abschluss bildet eine Schotterschicht, die mit der Rüttelplatte abgerüttelt/verdichtet wird.

Wände und Boden, Dämmung

„Echte Fründe ston zesamme…“. , singt der Rheinländer. In dem Sinne holen wir uns für die nächste Bauphase wieder tatkräftige Unterstützung. Nehmt Euch Zeit, Ihr werdet sie brauchen! Nachdem die Bodenprofile ineinander gesteckt sind, werden die Stahlwände aufgesetzt. Das irre schwere Stahlblech muss mit Vorsicht abgerollt werden, damit der vorher präparierte Boden keine Beschädigungen erleidet. Das wäre nun kein Thema, hätte man die Bodenplatte gegossen. 😉

Im Anschluss wird Vlies zum Schutz der Folie auf dem Boden verlegt und mit der Innenseite der Stahlwand verklebt. Nun machen wir uns an die Stanzungen für den Skimmer und die Einströmdüsen. Wir haben zwei Einströmdüsen zusätzlich, die wir für die zweite Pumpe benötigen (Solarpumpe). Beim Einhängen der Innenfolie ist von allen Beteiligten Fingerspitzengefühl gefragt, denn Falten und Verzerrungen müssen vermieden werden. Die Anleitung lässt keine Fragen offen, auch der Hinweis, bei nicht zu heißem Wetter zu arbeiten, hat seine Berechtigung. Bei voller Sonneneinstrahlung dehnt sich das Material unglaublich stark aus und gerät aus der Form. Sobald die ersten Meter Folie eingehangen sind, stecken die nachfolgenden Helfer den Handlauf auf.

Mithilfe von ein wenig eingelassenem Wasser werden jetzt noch die Bodenfalten glatt gestrichen. 

Zuletzt dämmen wir den Stahlwandpool mit Hartschaumplatten (1250x600x20mm). Das schützt die Außenhaut des Beckens gegen die folgende Hinterfüllung. Und endlich heißt es: Wasser marsch!

Mit steigendem Wasserspiegel wird der Pool hinterfüllt. Dafür kann man Magerbeton oder auch Leichtbeton verwenden. Hierbei dringendst darauf achten, dass der Wasserspiegel ca 30 cm höher steht als die Anschüttung.

Technik und Verrohrung

Aus 200er KG Rohren bauen wir uns Revisonsschächte, damit wir bei Bedarf an die verlegten Ein- und Auslassdüsen kommen und im Winter die Kugelhähne öffnen können. Das gewährleistet, dass das Wasser von der Pumpe abfließt und das System frostsicher ist – dauerhaftes Gefälle der Abflussrohre vorausgesetzt.

Damit wir zukünftig die Zuleitungen bei Bedarf noch einmal verändern können, sind diese in Leerrohren verlegt. Die Umwälzpumpe wird vor Witterung geschützt im Unterstand aufgebaut und in Betrieb genommen.

Fertig! Der Badespaß kann beginnen, das Wetter spielt mit. Die Leiter muss noch montiert werden, das erfolgt jedoch erst im Zuge der Randbefestigung. Wir behelfen uns solange mit Reinspringen und Muskelarbeit beim Rausklettern.

Fazit

Und am Ende ist man immernoch nicht am Ende. Aber fix und fertig. Der Bereich um den Pool muss noch gepflastert werden, da kommen Materialkosten von rund 1.500 Euro on top. Wenn man den Pool im eigenen Garten ansehnlich und gleichzeitig pflegeleicht realisieren will, wird das schnell ein Fass ohne Boden. Wir haben zusätzlich in eine Solarplane und Poolerwärmung über Solarmodule investiert – dazu berichte ich separat. Nun verstehe ich auch, warum viele einen mittleren 5stelligen Betrag in den Garten versenken, wobei der Pool anfänglich „nur“ rund 3.000 Euro gekostet hat. Aber ehrlich: der Badespaß ist enorm! Wir sind happy.

6 Kommentare zu „Schritt für Schritt zum Poolglück“

  1. Guten Tag,

    wir freuen uns sehr über Ihren ausführlichen Beitrag über den Bau eines unserer Stahlwand-Achtformpools 😊
    Tatsächlich fällt doch meistens mehr Arbeit an, als man zunächst erwartet. Dennoch lohnt sich die Mühe und Investition, zumal solch ein Pool bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte beständig bleibt und sie sich nicht mehr alle paar Jahre nach einer neuen Alternative umsehen müssen.
    Die Beschreibung des Ablaufs und die dazu passenden Fotografien sind klasse geworden, wir fühlen uns sehr geehrt 😁
    Wir hoffen, der Aufbau der Poolleiter sowie der letzte Feinschliff waren ebenso ein voller Erfolg und wünschen Ihnen viel Freude mit dem Swimmingpool sowie viele sonnige Tage.

    Ihr POOLSANA-Team

    1. Vielen Dank für das Feedback. Die Mühe hat sich gelohnt und war nach den ersten Zügen durchs Nass schon fast vergessen. Fast 😉
      An dieser Stelle auch ein dickes Lob an die Berater am Telefon, das Zu- und Abraten an einigen Stellen war sehr hilfreich und vonnöten.

    1. Da habt Ihr ein tolles Projekt vor Euch. Ich kann Euch nur dazu ermuntern, ich mag unseren Pool nicht mehr missen. Beratung macht sicher Sinn, Aufbau und Möglichkeiten sind schließlich auch sehr von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Viel Erfolg!

  2. Ich habe beim Schwimmbadbau darauf geachtet, dass ich so viel wie möglich allein mache. So kann etwas Geld gespart werden. Jetzt kann ich auch die Bodenplatten selbst verlegen, wenn sie ausgetauscht werden müssen.

    1. Günstiger an seinen Traumpool kommen war auch ein Beweggrund von uns, fast alles selber zu machen. Und ehrlicherweise werkeln wir auch wahnsinnig gerne und wachsen so mit jeder Aufgabe. Was meinst Du denn mit Austausch der Bodenplatten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.