Mit Sonnenenergie dem Pool einheizen

Bei aller Liebe zu unserem Pool – a bisserl wärmer dürfte er schon sein. Denn schließlich haben wir hier im Rheinland nur zeitweise mediterranes Klima. Und auch gegen eine Verlängerung der Badesaison wäre nichts einzuwenden. Poolheizungen gibt es in verschiedenen Bauarten und Preislagen. Für uns zählten die Kriterien: leicht zu montieren, langlebig, bezahlbar/günstig in Einkauf und Betrieb sowie wartungsarm. Wir haben uns nach einigen Recherchen für eine Poolheizung mit Solarabsorber entschieden, um die kostenlose Sonnenergie effizient nutzen zu können.

Über unseren Poolausstatter sind wir auf die Schwimmbadsolarheizung durch Solarbsorber von OKU gestoßen, die die Liste der Vorteile noch deutlich erweitert: hoher Wirkungsgrad, frostsicher, vollflächig durchströmt, chemikalienbeständig, simples Baukastensystem, begehbar u.v.m.  Praktischerweise kann man direkt ein Komplettset bestehend aus Modulen, Befestigungen und Verbindungsstücken bestellen. Die Größe der Anlage richtet sich nach der Wasseroberfläche und der Fläche, die man für die Aufstellung der Moduel zur Verfügung hat.

Auf die Einkaufsliste kommen weiterhin: Verrohrung in Form von PE-Rohren (32mm) aus dem Poolhandel, ein 3-Wege-Motorventil inkl. Solarsteuerung mit Wasser- und Solarfühler und ein Entlüfter-Set. Die zweite Sandfilterpumpe haben wir bereits mit dem Pool gekauft und an diesen angeschlossen. Sie darf nicht zu groß sein für den Oku-Absorber, nur 250l Poolwasser sollen pro Stunde pro Modul durchgepumpt werden. Im Fachchinesisch heißt das dann: Betrieb mit der Filterpumpe über Drei-Wege-Kugelhahn mit Differenztemperatursteuerung.

Montage auf dem Dach

Wir haben die Installation der Solarabsorber auf dem Dach unserer Gartenhütte vorgesehen, da sich eine Dachseite optimalerweise nach 30 Grad nach Süden neigt. Für die Größe unseres Pools (360×720) wären laut Berechnung mehr Module vonnöten gewesen, aber das Dach ist nun einmal so groß wie es ist. Acht Module müssen nun alles geben, um den Pool zu erwärmen. In Zahlen: 8 Module à 250l = 2 m³ Warmwasser pro Stunde. Die Aufbauanleitung von OKU ist relativ ausführlich, die Bebilderung eher mau, daher setze ich hier mehr auf Bild statt Text in unserem Erfahrungsbericht. Los geht es ganz einfach mit dem Absägen der Endkappen der einzelnen Module und zwar dort, wo ein Anschluss an das nächste Modul erfolgen soll. Hier werden die Verbindungsstücke aufgesetzt und mit Schlauchschellen fixiert. Nicht zu vergessen sind die Anschlüsse für den Vor- und Rücklauf, die hergestellt werden müssen.

Jetzt geht es auch schon auf’s Dach, auf dem die Module ausgelegt und verbunden werden. Das mitgelieferte Lochband ist nicht unbedingt selbsterklärend. Wichtig ist, die Fixierung der Module so vorzunehmen, dass sich die Absorber je nach Temperatur ausdehnen bzw. schrumpfen können. Ergo so befestigen, dass die Module bei Wind nicht vom Dach fliegen, aber dennoch locker genug verbunden sind. Genauso wird es auch an den Randstücken gemacht.

Dank des einfachen Baukastenprinzips sind die Module rasch angebracht. An der höchsten Stelle wird nun der Entlüfter montiert. Dieses Überdruckventil gewährleistet an sehr heißen Tagen, dass heiße Luft entweichen kann, wenn der Pool schon genügend erwärmt ist.

Verbindung mit der Filteranlage

Nun kommen viele Meter PE-Rohre an die Reihe, die als Zu- und Ableitungen zu den Absorbern gelegt werden. Wichtig hier ist die penible Verklebung der Rohre, undichte Stellen wären fatal. Dafür die Klebestellen vorher mit Verdünnung reinigen und Spezialkleber verwenden.

Hinter dem Rücklauf der Filteranlage wird nun der 3-Wege-Kugelhahn eingebaut. Da unsere Sandfilterpumpe (die kleinere vorne im Bild) zu stark ist und somit zuviel und zu schnell Wasser in die Solarabsorber pumpen würde, haben wir ein T-Stück dazwischen gesetzt und die zwei Ausgänge mit je einem Kugelhahn versehen. Einer führt zum 3-Wege-Ventil (orangfarbener Kasten), einer zum Becken, beide Hähne sind jeweils halb geöffnet. So können wir die Durchflussmenge zur Solaranlage steuern, überschüssiges Wasser fließt direkt zurück zum Pool.

Das Dreiwegeventil misst auf dem Dach die Temperatur des Wassers im Modul und vergleicht diese mit dem Wasser im Pool, gemessen über das Ventil. Wenn das Wasser auf dem Dach nun wärmer ist als das Poolwasser und wir eingestellt haben, dass die Pooltemperatur höher sein soll, so öffnet sich das Ventil, um Wasser auf das Dach durch die Absorber zu pumpen. Ist das Wasser am Dach kälter oder die gewünschte Temperatur im Becken erreicht, so schaltet das Ventil wieder um und das Wasser wird an den Solarabsorbern vorbei direkt ins Becken zurückgepumpt.

Zusätzlich haben wir auch noch ein Rückschlagventil in den Zulauf zum Dach nach dem 3-Wege-Ventil eingebaut, wie auch eines im Rücklauf vom Dach zum Becken. Damit laufen die Absorber bei ausgestellten Pumpen nicht leer.

Zuletzt wird der Fühler am höchsten und letzten Solarabsorber, also in Nähe des Entlüfters, mit Kabelbinder angebracht. Jetzt noch die gewünschte Temperatur für das Poolwasser einstellen und auf Sonne warten.

Inbetriebnahme

Schalter an, los geht’s. Die Pumpe läuft per Zeitschaltuhr von 9:30 bis 17:30 Uhr. Scheint einmal nicht die Sonne, stellt man sie komplett aus. Alternativ könnte man auch ein Relais einbauen, dass die Pumpe nur dann anstellt, wenn das Ventil anläuft und Wasser durch die Solarabsorber pumpt. Wir behalten uns eine mögliche Optimierung für später vor.

Wir haben die Solaranlage im Mai in Betrieb genommen und konnten schon, auch weil die Witterung sich von sonnigster Seite zeigte, innerhalb einesTage die Wassertemperatur um 3 Grad steigern. Ob 18 oder 21 Grad macht gefühlt schon einiges aus. Nach einer Woche war die Bodenbeckentemperatur auf 26 Grad angestiegen.

Fazit

Ein weiteres Projekt ist gelungen und sorgt für wärmeres Wasser im Pool, ohne dass an heißen Tagen der Erfrischungseffekt verloren geht. Die Montage ging einfach vonstatten, die Technik ist mit ein wenig Frickelei verbunden, aber für findige Hobby-Handwerker kein Problem. Die Investition in das Solarabsorber-Set (ca 1.200 Euro) plus Zubehör wie Kugelhähne (70 Euro) und PE-Rohre rechnet sich zumindest in Sachen Wohlbefinden. Die zweite Pumpe hat uns rund 230 Euro gekostet – durch den Einsatz der zusätzlichen Filteranlage können wir dafür die Umwälzungszeiten der großen Pumpe reduzieren. Um die Wärme im Poolwasser zu halten, haben wir zusätzlich eine Solarplane mit Aufrollvorrichtung angeschafft. Wäre zu schade, wenn das kostbare, erwärmte Wasser nachts in den Himmel verdampft.

 

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4 Kommentare zu „Mit Sonnenenergie dem Pool einheizen“

  1. Guten Tag,

    auch dieses Projekt hat Ihnen vermutlich viel Zeit gekostet, allein was die Planung angeht. Dafür haben Sie sich wirklich genaue Gedanken gemacht und alle Schritte einwandfrei umgesetzt 😁
    Wir freuen uns sehr, dass Sie mit den Solarmodulen zufrieden sind. Glücklicherweise müssen Sie diese kurz vor dem Winter auch nicht abbauen und können eine verlängerte Badesaison genießen.
    Auch hier ein großes Lob an die ausführliche Beschreibung und hochwertigen Fotografien 👍

    Ihr POOLSANA-Team

  2. Hallo,

    also ich habe gerade durch Facebook den Blog gefunden.
    Ich bin begeistert und gerade die Poolthemen sind ja mega super!
    Ich bin aktuell dabei genau die OKU Anlage von poolsana.de in Betrieb zu nehmen.
    Dazu produziere ich ein Video für YouTube das ich auch poolsana zur Verfügung stelle.

    Gibt es hier eventuell Interesse das wir uns gegenseitig verlinken 🙂 ?
    Deine ausführlichen Texte wären eine super Ergänzung zu meinen Videos!

    Lust 🙂 Interesse 🙂 ?!

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