Der Behälter für unsere Küchenabfälle ist immer ruck-zuck voll. Nicht verwunderlich, wenn vier Esser Tag für Tag viel „Grüngemüs“ vertilgen. Der Weg zu unseren Gartenkompostern ist zwar nicht weit, aber nerven tut der tägliche Gang dennoch. Und da kommt hinzu, dass im Winter der Komposter nicht oder kaum arbeitet, sprich keinen Humus bildet. Das freut unsere Hündin, die sich so einige Reste klaubt, aber mich macht das so nicht zufrieden. Die Lösung ist schnell gefunden, die Idee nicht neu: ein Wurmkomposter soll in die Küche!

Ich bin generell nicht die Geduld in Person und kaum hab ich dieses Vorhaben im Kopf, soll es auch schnell gehen. Also entscheide ich mich, den Wurmkomposter modular zusammenzubauen – das geht nicht nur relativ schnell, sondern ist auch kostengünstig und erfüllt meine Anforderungen an die spätere Handhabung.

Aufbau einer Wurmkiste

Der Wurmkomposter ist ein Komposthaufen für den Wohnbereich. In ihm arbeiten Würmer der Gattungen eisenia foetida foetida oder eisenis foedita andrei und verarbeiten Küchenabfälle zu wertvollem Humus. Und das alles geräusch- und geruchlos!

Der Wurmkomposter ist so aufgebaut, dass in einer Holzkiste die Würmer die organischen Abfälle verwerten und die zweite Holzkiste erst dann befüllt wird, wenn die erste Kiste weitestgehend verarbeitet wurde. Dafür muss es einen Durchlass zwischen den Holzkisten geben, damit die Würmer beizeiten aus der unteren in die obere Kiste wandern können, um frische Nahrung zu holen. Sind alle Würmer von unten nach oben gewandert, kann der Humus aus der unteren Kiste entnommen werden und diese Kiste dann wieder oben aufgesetzt werden.

Im Sockel befindet sich eine Auffangschale, hier wird der wertvolle Wurmtee gesammelt. Dies sind die flüssigen Ausscheidungen der Würmer. Wurmtee wird in einer Verdünnung mit Wasser von 1:5 zu Flüssigdünger für alle Topfpflanzen.

Wer es ausführlicher nachlesen will: der WDR hat hierzu einen lesenwerten Beitrag verfasst.

Materialliste
  • 2 stapelbare Holzkisten unbehandelt in gewünschter Größe (bei mir: 40Lx30Bx24H)
  • 1 schmalere Holzkiste (bei mir: 40Lx30Bx10H)
  • 1 passender Deckel (meist im Set mit einer Holzkiste erhältlich)
  • schmale, kurze Hölzer o.ä. für die spätere Deckelfixierung (ich habe eine alte Leiste aus dem Fundus genommen)
  • Kunststoffkörbe, passend für die 3 Holzkisten, optimalerweise in der Art:

(ich habe für meine Holzkisten keine solch passenden Körbe gefunden, deswegen werde ich meine Kunststoffboxen zwecks Lüftung rundum perforieren müssen!)

Kosten gesamt ca 50 Euro.


Weiterhin braucht Ihr einen Akkubohrer- und -schrauber, Schleifpapier und/oder einen Entgrater, Holzleim und kleine Holzschrauben.

Falls Ihr den Holzkisten noch Farbe verpassen wollt, besorgt Holzöl. Das lässt zu, dass das Holz atmet. Toll sieht das Holz auch abgeflammt aus. Wie das geht und aussieht, könnte Ihr in meinem Artikel zum Feuerschalentisch nachsehen.

Vorbereitung

Wer in der glücklichen Lage ist, Gitterkörbe gefunden zu haben, muss im ersten Schritt nur Löcher in den Boden bohren.

Für alle anderen heißt es wie für mich: Seiten und Boden der Kunststoffbox mittels 6mm-Metallbohrer mit Löchern versehen. Achtung, denn der Kunststoff kann leicht splittern oder reißen, daher sollte hier in jedem Fall ein Holzstück gegengehalten werden.


Die zwei großen Holzkisten werden ebenfalls am Boden mit zahlreichen Löchern versehen, damit zum Einen der Wurmtee abfließen kann und zum Anderen die Würmer zwischen den Etagen wechseln können. Markiert die Bohrlöcher und nehmt dafür die Kunststoffkörbe als Schablone. Hier kommt der 6mm-Holzbohrer zum Einsatz, dabei ebenfalls ein Brett dagegen halten, damit das Holz nicht splittert.

Es hat etwas mehr Mühe gemacht, aber das Ergebnis lässt sich sehen und ist perfekt auf unsere Boxen zugeschnitten:

Deckelbau

Die ursprünglichen Scharniere des Deckels habe ich entfernt. Der Deckel braucht einen flexiblen Schließmechanismus, denn die Position der beiden Holzkisten wird zukünftig wechseln. Mal steht die eine oben, mal die andere. Damit der Deckel nicht verrutscht, wird an jeder Ecke ein kleiner Keil montiert. Aus einer längeren Latte habe ich 4 x 10cm lange Stücke gesägt, in jedes davon ein Loch vorgebohrt, Holzleim aufgetragen.

Und anschließend jeden Keil mit einer Schraube in der Ecke fixiert. So verschließt der Deckel sauber, rutscht nicht und kann wechselweise auf den jeweiligen Boxen platziert werden.

Turmbau

Jetzt folgt der simple Teil. Die Kunsttstoffboxen werden in die Holzkisten eingelassen und gestapelt.

Und so sieht dann der fertige Wurmkomposter aus:

Wie man die Wurmkiste startet, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag.

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4 Replies to “Würmli-Türmli: Der flott gebaute Wurmkomposter”

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